Neue Gasheizung – oder besser etwas anderes?
Was eine neue Gasheizung im Mehrfamilienhaus seit 2026 kostet, welche Pflichten sie mitbringt und wie Wärmenetz, eigene Wärmepumpe und Contracting im Vergleich abschneiden.
Gilt für: Wohnungseigentümergemeinschaften und vermietete Mehrfamilienhäuser
Beispiel: Mehrfamilienhaus, rund 100 Wohnungen, 780.000 kWh Gas im Jahr (Heizung + Warmwasser)
Stand: 30. September 2026 · Erstellt von der econeo Energy GmbH
Was sich 2026 geändert hat
Seit Ende Juli 2026 gelten neue Regeln. Entscheidend ist das Einbaudatum: Die vorhandene Gasheizung darf weiterlaufen und repariert werden. Wer aber eine neue Gasheizung einbaut, übernimmt zwei Pflichten:
- Ein Teil des Gases muss klimafreundlich sein – 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040. Dieses Bio-Gas kostet fast das Doppelte von Erdgas, und einkaufen muss es der Betreiber der Anlage selbst.
- Wer vermietet, zahlt mehr selbst. Ab 2028 die Hälfte von CO₂-Preis und Gasnetz-Gebühr, ab 2029 auch die Hälfte der Bio-Kosten (bis 30 % des Brennstoffs) – nicht auf die Miete umlegbar, 2030 rund 320 € je Wohnung.
Was eine neue Gasheizung kosten würde
Beispiel: ein Mehrfamilienhaus mit rund 100 Wohnungen, Heizung und Warmwasser über eine zentrale Gasanlage. Die Rechnung besteht aus vier Teilen – verhandeln lässt sich nur der erste.
| Bestandteil der Gasrechnung | Heute (2026) | 2030, Gaspreis bleibt | 2030, Gaspreis steigt mit |
|---|---|---|---|
| Erdgas und Energiesteuer | 57.500 € | 57.500 € | 62.200 € |
| Gebühr für das Gasnetz | 20.300 € | 27.600 € | 27.600 € |
| CO₂-Preis | 12.200 € | 20.600 € | 25.400 € |
| Pflichtanteil Bio-Gas (Aufpreis) | – | 7.500 € | 7.500 € |
| Summe für das ganze Haus | rund 90.000 € | rund 113.200 € | rund 122.700 € |
| Mehrkosten gegenüber heute | – | + 23.200 € | + 32.700 € |
| je Wohnung und Jahr | rund 900 € | rund 1.130 € | rund 1.225 € |
| Mehrkosten je Wohnung und Jahr | – | + 230 € | + 325 € |
Die beiden Mehrkosten-Zeilen sind der Punkt: Ohne Gaspreissteigerung zahlt jede Wohnung 230 € mehr im Jahr (26 %), mit 2 % Anstieg pro Jahr 325 € (36 %). Für Ihr Objekt rechnen wir das gern durch.
Warum die Kosten steigen
- Die Gasnetz-Gebühr – die Miete für die Leitung. Allein 2025 und 2026 um 39 % gestiegen, weil die festen Netzkosten auf immer weniger Gaskunden entfallen. Jedes Haus, das umsteigt, verstärkt das.
- Der CO₂-Preis – heute vom Staat festgelegt, ab 2028 am europäischen Markt gebildet. Erwartet werden 100 bis 160 € je Tonne statt heute 55 bis 65 €, ohne Obergrenze.
- Das Bio-Gas – knapp und viel teurer als Erdgas. Allein die 15 % ab 2030 kosten im Beispiel rund 7.500 € Aufpreis.
- Der Gaspreis selbst – seit 2020 um 102 % gestiegen. Ein heute günstiger Vertrag gilt zwei oder drei Jahre, nicht die 20 Jahre einer neuen Heizung. Schon 2 % Anstieg pro Jahr ergeben die rechte Spalte oben.
Zwei Punkte, die leicht übersehen werden
Der Wert der Wohnungen. Energieklasse G oder H kostet bis zu 30 % gegenüber der besten Klasse, und manche Banken finanzieren solche Objekte nur noch mit Aufschlag oder gar nicht mehr. Eine Wärmepumpe hebt die Klasse, Gas hält sie 20 Jahre fest.
Was der Wärmeplan Ihrer Kommune sagt. Jede Kommune muss einen Wärmeplan aufstellen – Städte über 100.000 Einwohner bis Mitte 2026, alle übrigen bis 2028. Er weist für jede Adresse aus, ob dort ein Wärmenetz geplant ist oder die Versorgung im Haus selbst erfolgen soll. Verbindlich ist er nicht, zeigt aber die Richtung – für Erdgas ist darin meist kein nennenswerter Anteil mehr vorgesehen. Auf Wasserstoff sollte man nicht warten: Das Netz ist für die Industrie gedacht, Heizen damit wäre 2035 um 74 bis 172 % teurer als heute.
Die drei Möglichkeiten
| Möglichkeit | Was dafür spricht | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| Anschluss an ein Wärmenetz Fern- oder Nahwärme vom Versorger | Wenig Technik im Haus, Betrieb und Wartung beim Versorger. | Nur möglich, wo ausgebaut wird; Zeitpunkt bestimmt der Netzbetreiber. Nur ein Anbieter, kein Wechsel. Im Schnitt 15,6 Cent je Kilowattstunde, derzeit kaum sauberer als Gas. |
| Eigene Wärmepumpe kaufen Die Eigentümerseite investiert selbst | Auf lange Sicht die niedrigsten Kosten. Kein Brennstoff, kein CO₂-Preis, keine Bio-Pflicht. 30 % Förderung möglich, die Anlage bleibt im eigenen Bestand. | Hohe Investition: Beschluss, Kredit oder Sonderumlage. Betrieb, Wartung und Störungsdienst müssen selbst organisiert werden – schlecht eingestellt, steigen die Stromkosten. |
| Wärmepumpe im Contracting Ein Dienstleister baut und betreibt | Keine Investition – kein Kredit, keine Rücklage, keine Sonderumlage. Betrieb, Wartung und Störungsdienst beim Dienstleister. Der Wärmepreis ist für 15 bis 20 Jahre vertraglich geregelt. | Langfristige Bindung; Preisformel und Laufzeit gehören geprüft. Die Anlage gehört dem Dienstleister, üblich ist ein Eintrag im Grundbuch. Über die Laufzeit teurer als der Eigenkauf – dafür ohne Kapitaleinsatz und mit planbarem Wärmepreis. |
Unsere Empfehlung und die nächsten Schritte
Wir empfehlen die Wärmepumpe im Contracting. Sie ist der einzige Weg, bei dem die Eigentümerseite kein Kapital bindet: Planung, Bau, Betrieb, Wartung, Störungsdienst und Abrechnung liegen bei einem Vertragspartner, der Wärmepreis steht für 15 bis 20 Jahre fest – und die oben genannten Kostenrisiken einer neuen Gasheizung entfallen.
Vor der Unterschrift prüfen: Preisanpassung mit Obergrenze, Laufzeit und Verlängerung, Regelung bei Störung und Insolvenz, Übernahme der Anlage am Ende – und ein Kostenvergleich über die volle Laufzeit.
- Keinen Beschluss über eine neue Gasheizung fassen, bevor die Alternativen gerechnet sind. Ein Vergleich kostet nichts und dauert wenige Wochen.
- Im Wärmeplan der Kommune nachsehen, was für die eigene Adresse eingetragen ist.
- Für alle drei Wege ein Angebot und eine Vollkostenrechnung über 20 Jahre einholen.
- Erst dann entscheiden. Die alte Heizung darf weiterlaufen; der Zeitdruck ist meist geringer als gedacht.
Über econeo Energy
econeo Energy ist Teil der econeo Invest Gruppe – über 250 Mitarbeitende, rund 200 Millionen Euro Umsatz, 20 Jahre Unternehmenshistorie. Wir planen, finanzieren, bauen und betreiben Wärmeversorgung für große Wohnimmobilien.
Konzept und Vergleichsrechnung für Ihre Anlage: kostenlos und unverbindlich.
Ihr Ansprechpartner:
- Tilman Gartmeier, Geschäftsführer – Vertrieb & Projektmanagement · 0160 / 979 892 65 · tilman.gartmeier@econeo.energy
Annahmen und Quellen
Beide Szenarien: gleicher Verbrauch, brutto, Beispielanlage 11,5 Cent je kWh, Netzentgelt +8 % pro Jahr, Bio-Anteil 15 % ab 2030 mit einem Aufpreis für Biomethan von 5 Cent je kWh netto (2026, +2 % pro Jahr); auf den Bio-Anteil fällt kein CO₂-Preis an. „Gaspreis bleibt“: Erdgas unverändert, CO₂ 130 €/t. „Gaspreis steigt mit“: Erdgas +2 % pro Jahr, CO₂ 160 €/t – Standardannahmen econeo Energy. Quellen: Destatis, BDEW, Verivox, dena (via Fachverband Biogas 03/2026), IW-Wohnindex Q1/2026, Finanztest 04/2026, Fraunhofer IEG/ISI, Preistransparenzplattform Fernwärme (AGFW/BDEW/VKU); § 43 GModG, § 5a CO2KostAufG. Keine Preisprognose, keine Rechtsberatung.

